Obst- und Gartenbauverein Plittersdorf gegr. 1961
 

Berichte

Mitgliederausflug 2022

Nach der langen pandemiebedingten Auszeit freute  der Verein seine Mitglieder wieder zu einer gemeinsamen Veranstaltung einzuladen. 
Mit dem Bus ging es in das beschauliche Schwarzwald- Kinzigtal zu der Flößer und Glasbläser Stadt Wolfach. Nach dem gemeinsamen Mittagessen in der Hüttenklause wurde die Dorotheenhütte und das Glasbläsermuseum besichtigt.
Die gelungene Veranstaltung wurde in Kappelrodeck im Weingut Lettner bei Musik, Wein und einem Vesperteller ausklingen lassen.


 






Glasbläser in der Dorotheenhütte




Mitgliederversammlung 2022

Peter Müller weiterhin 1. Vorsitzender.
Nach 2- jähriger Pause hielt der Obst- und Gartenbauverein Plittersdorf vergangenen Freitag seine Mitgliederversammlung ab. Peter Müller als erster Vorsitzender und Paul Uhrig als sein Stellvertreter wurden in ihren Ämtern bestätigt.
„Leider hat uns Corona erheblich an unseren Aktivitäten gehindert“, berichtete Peter Müller. 2020 und 2021 konnten keine Veranstaltungen durchgeführt werden, auch die geplanten Ausflüge fielen ins Wasser. „Allerdings haben wir Hoffnung, dass der Winterschnittkurs und der Ziergehölzeschnittkurs dieses Jahr angeboten werden kann“, so Müller. Ein dringender Appell ging letztlich intensiv Werbung für neue Vereinsmitglieder zu betreiben. „Leider sind in den Berichtsjahren 14 Mitglieder verstorben, wir sollten alles daran setzen um Mitglieder zu gewinnen“, so Müller letztlich.
„Wir haben uns zur leichteren Pflege der Vereinswiese eine Akkusense zugelegt“, gab Schriftführer Rolf Köppel bekannt. Zudem wurde der „Stillstand im Vereinsleben“ genutzt um die Vereinsinternetpräsenz auf den aktuellen Stand zu bringen.
Kassierer Axel Dreher stellte fest, der Obst- und Gartenbauverein auch weiterhin auf einer gesunden, finanziellen Basis stehe und aktuell 144 Mitglieder zähle.
Zügig von Statten gingen die Neuwahlen durch Wahlleiter Michael Knöpfel. Neben den beiden Vorsitzenden wurden Rolf Köppel als Schriftführer, Axel Dreher als Kassierer, Lothar Warth als Fachberater, Robert Heitz, Ulrike Klaschka und Marina Volz als Beisitzer sowie Manfred Burgard und Egon Hatz als Kassenprüfer gewählt.
Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Georg Butz, Heinz Müller, Holger Knöpfel, Josef Steingasser, Klaus Meisch, Michael Knöpfel, Ottmar Bergmeier, Alexander Butz, Johann Ebner, Walter Fischer, Kurt Groß, Paul Müller, Norbert Münster, Friedrich Oberle, Andrea Busch, Ewald Butz, Manfred Fritz, Arnold Meisch, Klaus Dieter Meisch, Franz Josef Müller, Rainer Schween und Herbert Volz geehrt. 40 Jahre Mitglied sind Otto Greß und Peter Greiser. Zu Ehrenmitgliedern wurden Werner Kittelmann, Egon Köppel und Julia Harbrecht ernannt.
Peter Müller bedankte sich letztlich noch bei Gerhard Schmid für seine über 10-jährige Verwaltungstätigkeit sowie bei Willi Schnatterer, der jahrelang die Vereinswiese pflegte.







Der Schwarze Rindenbrand Diplodia spp.
Auch 2022 lässt uns das Thema des Schwarzen Rindenbrands nicht los. Speziell beim Winterschnitt im unbelaubten Zustand fallen die schwärzlichen, wie verbrannt erscheinenden Ast- und Stammpartien ins Auge. Der Schadpilz verbreitet sich weiter, nicht nur im Streuobst, sondern auch punktuell in Erwerbsanlagen. In der Regel ist der Befall an Kernobst, v.a. Apfel, zu beobachten.
Eine Unterart von Diplodia wurde 2021 am Kaiserstuhl an Zwetschge gefunden und vom LTZ Augustenberg genetisch analysiert.
Eintrittspforten für Diplodia sind Rindenrisse durch versch. Ursachen. Bei Temperaturen zwischen 25 - 30 °C entwickelt sich der Pilz besonders schnell und verursacht annähernd schwarz verfärbte, eingesunkene und abplatzende Stellen auf der Rinde. Diese überwallen noch schlechter als bei einem Befall mit Obstbaumkrebs. Das Ausschneiden der Befallsstelle gestaltet sich als
schwierig, da bei der Maßnahme oft sehr große Wunden entstehen, deren Verheilung nicht sicher ist. Als vorbeugende Maßnahmen gelten eine gute Nährstoff- und Wasserversorgung. Standort- und Sortenwahl scheinen ebenfalls einen großen Einfluss auf das Befallsgeschehen zu haben:
nach aktuellen Erkenntnissen des LTZ Augustenberg scheinen die Sorten Brettacher, Winterambour, Rheinischer Bohnapfel, Rewena und James Grieve widerstandsfähig zu sein (siehe Merkblatt).




Winterschnittkurs

Beim Winterschnittkurs 2019 konnte der 1. Vorsitzende Peter Müller ca. 30 interessierte Obstbaufreunde begrüßen, darunter auch einige Frauen.

Bernhard Unser freier Mitarbeiter der Beratungsstelle für Grün, Obst und Garten des Landkreises Rastatt leitete den Kurs auf der Vereinsanlage des Obst- und Gartenbauvereins.   

 

Nach der Einführung geeigneter Schnittwerkzeuge und der Demonstration des richtigen Gebrauchs dieser Werkzeuge, wurde zuerst das Einpflanzen von Beerensträuchern anhand einer Stachelbeerhecke gezeigt. Beerensträucher sollten immer etwas tiefer gepflanzt werden. Die Anwuchsstelle der Seitenstengel sollte mindestens 5- 10 cm von Erde bedeckt sein, wodurch das Wachstum von neuen Trieben begünstigt wird.

Beerensträuchern immer auslichten und die ältesten Triebe entfernen, so dass mindestens 8-12 Schenkel gleichmäßig verteilt erhalten bleiben.

Stachel- und Rote Johannisbeersträucher können grundsätzlich angeschnitten werden, Schwarze Johannisbeeren sowie Jostasträucher jedoch nicht, da sie am einjährigen Holz tragen.

Anschließend zeigte der Kursleiter die Besonderheiten beim Schnitt von Spindelbäumen auf M9 Unterlage.

Der Erziehungsschnitt wurde an einem Birnenbaum demonstriert. Der Schnitt sollte immer von Oben nach Unten erfolgen. Keinesfalls dürfen beim Schneiden  Aststummel („Zapfen“) im Baum stehen bleiben, da sonst Krankheiten gefördert werden. Kranke Äste müssen immer bis in das gesunde Holz zurück geschnitten werden.  Birnen- und Apfelbäume sollte so geschnitten werden, dass sie einen Mitteltrieb sowie 3 bis 4 Leitäste besitzen. Die Leitäste sollten nicht in einem Quirl beieinander stehen, sondern am Stamm gestreut sein und die gleiche Höhe besitzen.

Auf Wunsch der Kursteilnehmer wurde noch der Erhaltungsschnitt an alten und ungepflegten Bäumen erläutert.

In der abschließenden gemütlichen Runde konnten Fragen und Erfahrungen mit dem Referenten in der Vereinshütte ausgetauscht werden.


Ziergehölzschnittkurs

Der Ziergehölzschnittkurs im Jahre 2018 des Obst- und Gartenbauverein Plittersdorf  wurde wie in den letzten Jahren auf dem Gartengelände des Pflanzencenters Klingmann durchgeführt. Knapp 20 Personen, darunter einige Frauen, verfolgten den Ausführungen des Schnittkursleiters Tobias Groß.

Neben dem Schnitt der verschiedenen Blütensträucher, Kübelpflanzen und Kletterpflanzen, ging der Kursleiter auch auf die Düngung und den  Schutz der Pflanzen ein. Hortensien werden je nach Art unterschiedlich geschnitten. Die am einjährigen Holz blühenden Rispenhortensien erhalten alljährlich im zeitigen Frühjahr einen scharfen Rückschnitt. Bei der Strauch- und Bauernhortensie werden immer nur die ältesten Triebe entfernt.  

Praktische Fragen der Teilnehmer konnten aufgrund des großen Angebots des Pflanzencenters Klingmann unmittelbar an den passenden Pflanzen demonstriert werden.

Zum Abschluss bedankte sich der Obst- und Gartenbauverein beim Schnittkursleiter mit einem Präsent und bei den Teilnehmern mit neuem Wein und Zwiebelkuchen für den Besuch.


Bürgerempfang 2021 der Stadt Rastatt

Bei dem Bürgerempfang am 22. Oktober 2021 in der Reithalle ehrte Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch, Rolf Köppel mit der Standtehrennadel in Gold für seine Tätigkeit als Schriftführer (seit 1994 bis heute) im Obst- und Gartenbauverein. Seine Zuständigkeit umfasst die Erstellung und Pflege unsere WEB-Seite sowie die Presse und Öffentlichkeitsarbeit. 

Als Leistungsträger des Alltags wurde Lothar Warth für sein jahrzentelanges Engagement mit einer Bürgerehrung ausgezeichnet. Seit 1999 ist Herr Warth unermüdlich als Beisitzer  bzw. Fachberater  für die Belange des Vereins, sowie deren Zukunft, vorbildlich im Einsatz.  

Weiterhin waren beide maßgeblich bei der Organisation unserer Schnittkurse, Jubiläums- und Straßenfeste, sowie beim anlegen unserer Vereinswiese mit Gerätehütte beteiligt.






Bürgerempfang 2019 der Stadt Rastatt

Im Rahmen des Bürgerempfanges der Stadt Rastatt am 12.April 2019 verlieh der Oberbürgermeister der Stadt Rastatt Herr Pütsch die Ehrennadel des Landes Baden Württemberg in Silber an den Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauverein Peter Müller.

Viele Jahre engagierte er sich als Schriftführer und Kassier und übernahm im Jahre 1993 den Vereinsvorsitz unter seiner Regie wurde unter anderem die Vereinswiese und die Vereinshütte errichtet.




Anfänger- Obstbaumschnittkurs

Den ersten  Anfängerschnittkurs im Jahre 2016, auf der Vereinswiese, besuchten ca. 10 interessierte Obstbauneulinge darunter auch eine Frau. Als fachkundiger Referent fungierte unser Vereinsmitglied und Obstbaumwart Horst Sallinger.

Die Obstbäume sollten so geschnitten werden, dass sie einen Mitteltrieb sowie 3 Leitäste besitzen. Die Leitäste sollten nicht in einem Quirl beieinander stehen, sondern am Stamm gestreut sein und die gleiche Höhe besitzen. Der Erhaltungsschnitt wurde an einem ca. 20jährigen Apfelbaum gezeigt. Mit dem Schnitt sollte am besten von oben beginnend die hängenden Äste zuerst entfernt werden.  Es darf nicht zu viel geschnitten werden, da der Baum sonst zu stark austreibt, lieber den Schnitt über mehrere Jahre verteilen. Zu einem fachmännischen Schnitt gehört auch der Wundverschluß, wobei bei größeren Wunden ein versiegeln der Rinde ausreichend ist. Der Fachreferent ging kompetent und detailgenau auf die vielen Fragen der interessierten Jungobstbauern ein.